Die Gemeinde Münsingen hat mit Unterstützung der protestantischen und der katholischen Kirchgemeinden und mit Beiträgen seitens der DEZA seit 1991 ein Zusammenarbeits- programm in Madagaskar aufgebaut. Jährlich werden etwa Fr. 180'000.— für die Durchführung von Programmen und Projekten eingesetzt. Die Kommission für In- und Auslandhilfe ist seitens der Gemeinde für die Vorbereitung, der Durchführung und für die Nachfolgeaktionen verantwortlich. In Madagaskar werden die Aktionen durch eine lokale Mitarbeiterin betreut.
Nach Rücksprache mit der gemeindeeigenen Unternehmung für Elektrizität, Wasser und Fernwärme „InfraWerke Münsingen“ wurde Ende 2006 beschlossen, das Budget des Programms Madagaskar in den folgenden drei Jahren jeweils um weitere Fr. 7'000.— pro Jahr zu erhöhen. Dieser Betrag entspricht ungefähr einem Rappen pro Kubikmeter des in Münsingen pro Jahr verkauften Trinkwassers. Er wird einem von InfraWerke Münsingen in Madagaskar eingerichteten Fond für Projekte im Bereich der Trinkwasserversorgung und Siedlungshygiene zur Verfügung gestellt.
Die Gemeinde Ihazolava liegt etwa 25 Kilometer südlich der Hauptstadt Antananarivo und umfasst zehn Dörfer mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 20'000 Einwohnern. Nur eines der Dörfer, das an der Hauptstrasse liegt, hat bereits eine Wasserversorgung. In allen anderen Dörfern müssen vor allem Frauen und Mädchen das Wasser von zweifelhafter Qualität aus Bächen und Flüssen holen. Dafür sind sie jeden Tag zum Teil stundenlang unterwegs.
Die Gemeinde und die zehn Dörfer haben in ihrem Entwicklungsplan dem Zugang zu Wasser von guter Qualität und in genügender Menge eine grosse Priorität eingeräumt. Die Gemeinde liegt in einer grossen Ebene die vor allem landwirtschaftlich genutzt wird. Das Grundwasser liegt nur in geringer Tiefe.
Im Rahmen des Entwicklungsplanes sollten fünfzig Brunnen gebaut werden. Im Rahmen dieses Projektes wurde auch dem Bereich der Hygiene eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Im Rahmen des WASH sollen in allen Dörfern entsprechende Kurse durchgeführt werden.
Das Projekt sah vor, fünfzig Brunnen zu graben und diese mit einfachen und lokal produzierten Handpumpen auszustatten. Dank der guten Unterstützung der Dorfbewohner, vor allem beim Aushub der bis vierzehn Meter tiefen Brunnen konnte das Projekt in weniger als drei Monaten realisiert werden. Die Dörfer beteiligten sich daneben auch mit der Bereitstellung und dem Transport von Baumaterial sowie zu einem Teil finanziell.

Die letzten acht der total 50 Brunnen konnten Anfang Februar 2008 den Dorfbewohnern übergeben werden.
Die Gesamtkosten des Projektes betragen ca. Fr. 45'000.—. Daran beteiligten sich die zehn Gemeinden mit ca. 10 %, die InfraWerke Münsingen mit Fr. 7'000.—. Das Programm Madagaskar der Gemeinde Münsingen steuert den Rest bei.
Die Gemeinde Münsingen und ihre InfraWerke werden im Rahmen von solidarit'eau suisse auch dieses Jahr wieder ein Projekt durchführen. Zur Zeit läuft die Evaluationsphase zur Wahl einer geeigneten Gemeinde.
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