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Camagüey, Kuba: Trinkwasseraufbereitung mit Keramikfiltern in einer ländlichen Gemeinschaft

Zweckmässigkeit des Projektes

Ungenügende Infrastrukturen für die Wasserversorgung der ländlichen Regionen und schlechte Qualität des Wassers sind typische Merkmale der ländlichen Regionen Kubas. Dieses Projekt nimmt eine wichtige Ressource und einen Service für die ländliche Region in Angriff, welches eine signifikante Verbesserung für die öffentliche Gesundheit bedeutet.
Leider löst es nicht das Problem der Wasserverschmutzung (wahrscheinlich verursacht durch ungenügende Hygiene), sondern bietet eine Lösung “am Ende der Leitung” an.

Angemessenheit der Projektziele

Das Zielgebiet und die Haushalte sind klar definiert und die Mitarbeit und Partnerschaft mit den lokalen Obrigkeiten bieten eine solide Basis für die Durchführbarkeit des Projekts.

Umsetzung

Das Projekt beinhaltet zwei verschiedene technische Eingriffe: Einsatz von Infrastrukturen, um das Wasser mit Hilfe von alternativen erneuerbaren Energiequellen (Wind, Sonnenenergie) heraufzupumpen, und die Behandlung des Trinkwassers mit Keramikfiltern. Die Projektdokumentation liefert wenig Anhaltspunkte für die erfolgreiche Durchführung mit den Umweltbedingungen der Aspekte des Hochpumpens des Wassers. Bezüglich der Wasserfilter, gibt es offenbar Erfahrungen in der Region und die Methode wurde schon getestet und mit Erfolg angewendet.
Ein wichtiger Aspekt ist die Kampagne zur Kenntnisnahme und Sensibilisierung der Hygienebedingungen. Ihr Erfolg ist eng verknüpft mit der Fähigkeit der dafür gewählten Partner und deren Beziehung zu den Zielgemeinden.

Erwartete Ergebnisse

Die Nachhaltigkeit hängt von der Effektivität der Kampagne für Hygiene ab, um die Population zu sensibilisieren und dazuzubringen anders umzugehen mit dieser “neuartigen” Behandlung des Haushaltwassers. Ausserdem ist das finanzielle Durchhaltevermögen etwas fraglich, da die Infrastrukturen und die Filter vom Projekt und/oder den Obrigkeiten bezahlt werden.

Chancen und Risiken

Es besteht ein Risiko, dass die Leute die neuen Technologien nicht akzeptieren oder sie nicht richtig benützen oder das nicht immer tun. Das Risiko ist eng verbunden mit der Qualität der Sensibilisierungskampagnen und ihrer Beharrlichkeit. Diese ist wesentlich für den Erfolg des Projekts, besonders, wenn wir bedenken, dass ein neuer Umgang mit dem Haushaltwasser (Wasserbehandlung) eingeführt wird.
Es gibt auch ein finanzielles Risiko, da alle finanziellen Mittel sich in den Händen der regierenden Obrigkeiten befinden und ähnlich schon ihren Problemen in die Erhaltung der Infrastrukturen zu investieren, könnten sie auch Probleme haben bezüglich der Aufrechthaltung der Behandlung des Haushaltwassers (siehe oben).
Eine Herausforderung für das Projekt wird darin bestehen, eine Standardqualität der Filter zu garantieren und diese entsprechend zu überwachen und zu monitorieren. Das Projekt wird planen und Massnahmen treffen müssen bezüglich der Lebensdauer und den Ersatz der Filter. Das Projekt wird sich konzentrieren müssen auf die Erziehung zum Hygienebewusstsein und Gesundheit und zu einer Verbesserung der Hygienebedingungen der Bevölkerung.

Verhältnis input / output

Aus Erfahrungen mit anderen Projekten, welche ebenfalls vorsahen das Haushaltwasser einer Behandlung zu unterziehen, sollte das Projekt die “Nebenfaktoren” besonders wichtig nehmen (die Sensibilisierungskampagne und die Verbesserung der Hygienebedingungen) damit die Dorfbewohner die erhaltenen Filter auch wirklich korrekt benützen.

Bemerkungen

Das Projekt ist gut in einen lokalen institutionellen Kontext eingebettet mit den Partnern Instituto Nacional de Recursos Hidràulicos und dem Ministero de Salud Publica de Camagüey MINSAP.

Empfehlungen

Ein thematisch sehr zielgerichtetes Projekt, das Entwicklungshilfe bietet, indem es ländliche Regionen mit Wasser versieht und Technologien liefert für die Behandlung des Trinkwassers. Die Neuheit dieser Art von Annäherung besteht darin, dass eine Handelsmöglichkeit geschaffen wird durch Konstruktion und Verkauf der Wasserfilter, wobei die finanzielle Verantwortung und der Antrieb zu diesem Service immer noch in den Händen der lokalen Obrigkeit liegen.
Ich empfehle dieses Projekt durchzuführen. Jedoch rate ich besondere Akzente zu setzen:
a) Hygienekampagne und diesbezügliche Änderung der Gewohnheiten um eine korrekte Anwendung und Ersatz der Filter zu garantieren.
b) Arbeitsplan für das Unternehmen der Filterkonstruktion
c) Kontrolle der Filterqualität vor Verkauf /Ausgabe
d) Sich versichern, dass die lokalen Obrigkeiten die notwendigen Mittel besitzen (finanzielle und menschliche Ressourcen) für die Herstellung der Filter, für ihre korrekte Anwendung und ihren Ersatz.

Zweitmeinung von

Christian Zurbrügg
Sandec/Eawag
Überlandstrasse 133
8600 Dübendorf
Christian.Zurbruegg@eawag.ch

 

 

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Organisation: Associazione Svizzera-Cuba (ASC)

Land: Kuba

Beginn: 2011

Ende: 2013

Stadt / Land: Dorf

Bemerkungen:

Anzahl Begünstigte: 1265 Familien