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Durch Zugang zu sauberem Trinkwasser verbessern sich die Lebensumstände von bolivianischen Dorfgemeinschaften

Projektplanung

Die lokale Bevölkerung ist von Beginn an in den Prozess miteinbezogen.
Die Dorfbevölkerung ist im Rahmen der Projektplanung und beim Bau der Wassersysteme sowie im Rahmen der Trinkwasserkomitees aktiv beteiligt. Auf Ebene der Gemeinden sind Wasserkomitees für das Management, die Nutzung und den Unterhalt der Systeme zuständig. Die regelmässigen Reinigungsarbeiten werden von den begünstigten Familien geleistet.
Lehrpersonen und Mitarbeitende des regionalen Gesundheitszentrums sind an der Durchführung von Schulungen zu Hygiene, Gesundheit und dem richtigen Gebrauch von Wasser mit beteiligt. In den Schulen werden Komitees gegründet und geschult, um den adäquaten Umgang mit Wasser und verbesserte Hygienepraktiken zu verankern und über das Projektende hinaus sicher zu stellen.

Technische Angaben zum Projekt

In drei der zwölf Dörfer wird aufgrund der geringen Verfügbarkeit und Qualität von Oberflächen- oder Grundwasser die Sammlung, Speicherung und Filterung von Regenwasser je nach Bedarf und Möglichkeiten auf Haushalts- oder kollektiv auf Gemeindeebene, bzw. für Bildungseinrichtungen vorgenommen. In den übrigen neun Orten werden Gravitationssyteme inklusive Häuseranschlüssen eingerichtet. Die einzelnen Anschlüsse werden mit einem Zähler ausgestattet um die verbrauchte Wassermenge ermitteln und in Rechnung zu stellen. Mit diesen Einnahmen wird der Unterhalt und somit eine nachhaltige Wasserversorgung langfristig sichergestellt. Die lokalen Wasserkomitees organisieren die Gebührenerhebung und -Verwaltung, sowie die Instandhaltung der Wassersysteme.

Beim Bau der Gravitationssystme ist die lokale Bevölkerung aktiv miteinbezogen. Unter Anleitung der Fachpersonen bauen die begünstigten Familien ein Reservoir von drei bis fünf Kubikmetern, verlegen die Wasserleitungen und installieren die Wasserzapfstellen. Die anspruchsvolleren Tätigkeiten werden von Spezialisten durchgeführt. Ebenso werden die Arbeiten zum einrichten von Regensammelsystemen von den Begünstigten unter Anleitung von Spezialisten unterstützt.

Für die Durchführung des Projektes werden drei Typen von Material verwendet: 1) Lokal erhältliches Material: Steine, Kies und Sand; 2) National erhältliches Material: Rohre, Zement, Konstruktionsholz, etc.; 3) Importiertes Material (primär aus Brasilien): Metallteile für den Bau der Wassersysteme.

Die Errichtung sanitärer Anlagen ist nicht vorgesehen. Die sanitären Anlagen in den ins Projekt eingebundenen Schulen werden nach Bedarf verbessert werden.

Einbezug der Frauen

Die Region von Sapahaqui hat stark geprägte traditionelle und konservative Geschlechterrollen. Fragen der Gleichberechtigung zwischen den Geschlech-tern stehen in Bolivien hinter Fragen der Emanzipation der indigenen Bevöl-kerung weit zurück. Bei den Bauern, Dorfvorstehern und Autoritäten braucht es noch viel an Überzeugungskraft, um den Frauen eine Stimme in politi-schen Debatten oder Entscheidungsgremien zu verleihen, und so zu einer schrittweisen Hinterfragungn und Dekonstruktion der voherrschen geschlechterspezifischen Rollenverteilungen beizutragen.
Im Rahmen der Projektaktivitäten ist es ein Ziel, die aktive Partizipation von Frauen zu erhöhen. Da die Beschaffung von Wasser zumeist von Frauen und Mädchen verrichtet wird, ist die Wirkung des Projekts auf die Reduktion des Arbeitsaufwands von Frauen und Mädchen bedeutend. Ausserdem profitieren sie von Schulungen in Hygiene- und Gesundheitsfragen sowie dem Gebrauch von Wasser - Themen, welche traditionellerweise in den Zuständigkeitsbereich der Frauen fallen.
Bei der Zusammensetzung der Trinkwasserkomitees wird darauf geachet, dass Frauen angemessen vertreten sind.

Wassernutzung/Hygiene

In Kooperation mit regionalen und nationalen Gesundheitsbehörden werden Schulungen zu den Themen Hygiene, Gesundheit und dem richtigen Gebrauch von Wasser durchgeführt.
Um Kinder und Jugendliche zu sensibilisieren, werden in den lokalen Dorf-schulen Aktivitäten und Sensibilisierung zu "Water & Sanitation" durchgeführt und der Aufbau von Schulkomitees zu den Themen gefördert.

Nachhaltigkeit

Der Bau der Wassersysteme ist im operativen Jahresplan des Bürgermeisteramtes des Gemeindebezirks Sapahaqui aufgeführt. Dies ist Voraussetzung für eine Teilfinanzierung durch die öffentliche Hand. Zudem wird durch die geziehlte Einbindung von staatlichen Stellen die Nachhaltigkeit in Hinblick auf Reparaturen und Wartung der Trinkwassersysteme gefördert.

Durch den Einbezug der lokalen Bevölkerung bereits in der Planungsphase und die Bildung von Trinkwasserkomitees ist die Nachhaltigkeit der Wassersysteme sichergestellt. Diese sind für die Erhebung von Gebühren und deren Verwendung verantwortlich. Die Ownership der Gemeinden wird somit weiter gestärkt.

Das Problem mangelnden Trinkwassers im Bezirk Spahaqui ist auch nach Projektende für eine grosse Zahl von Gemeinden weiterhin akut. Es ist vorgesehen, den Bau von Trinkwassersystemen in weiteren Gemeinden und somit die Zusammenarbeit mit Caritas Corocoro weiter zu führen.
Für die Ausbildung im Hygienebereich stellt Caritas Schweiz der Partneror-ganisation Materialien aus dem Ostafrika-Programm (CHAST Methode – Children Hygiene and Sanitation Training) zur Verfügung und diskutiert eine adaptierte Übernahme dieser Methoden und Techniken. Ein Erfahrungsaustausch der Lessons learnt mit der WASH-Koordinatorin wurde im Oktober 2015 durchgeführt.

 

 

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Organisation: Caritas Schweiz

Land: Bolivien

Beginn: 01.01.2015

Ende: 31.12.2017

Stadt / Land: Dorf

Bemerkungen: Bolivien / Departament La Paz / Bezirk Sapahaqui und Patacamaya
Gemeinden: Poconi, Jallallica, Poopo, Sapini Castilluma, Esmeralda, Collpuma A-B, La Joya, Huarahuarani, Capunata, Jatuquira, Collpa Huancarani, Mamurasi

Anzahl Begünstigte: 2674 Personen

Geldbedarf: CHF 232'398

Restbetrag: CHF 232'398