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Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene in der Region Menabe in Madagaskar

Projektplanung

Die Projektplanung auf Lokalebene erfolgt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, dem Privatsektor, den lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen und den ansässigen Gesundheitsbehörden. Das Gelingen des Projekts hängt von der Partizipation der begünstigten Zielgruppen ab, da es schliesslich auf Verhaltensänderungen abzielt. Um eine langfristigen Rückgang von Durchfallerkrankungen zu erreichen müssen gezielte Schulungen durchgeführt werden, welche auf Verhaltensänderungen abzielen. Die begünstigte Bevölkerung ist dazu angehalten, sich an allen Arbeiten, die mit der neuen Wasserversorgung zu tun haben, zu beteiligen. Bei der Ausarbeitung des Wassernutzungsplan werden alle betroffenen Akteure miteinbezogen, so auch Vetreter der begünstigten Bevölkerung.

Technische Angaben zum Projekt

In dem das Projekt die Gemeinden unterstützt einen Wassernutzungs- Gesamtplan auszuarbeiten zielt es auf eine nachhaltige umfassende Verbesserung des Wasserversorgungssystem ab. In Einbezug mit Vertretern aus der Bevölkerung und technischen Experten aus dem Privatsektor wird ein Wassernutzungsplan erstellt. Ist der Wassernutzungsplan ausgearbeitet bestimmen die Gemeinden einen technischen Dienst, der die Rekrutierung eines privaten Unternehmens für die Installierung der benötigten Infrastruktur übernimmt und die Aktivitäten überwacht. Die Infrastruktur besteht aus einer Wasserzisterne im Hauptort jeder Gemeinde, 25 Brunnen in verteilt in verschiedenen Dörfern, sanitäre Anlagen für die Schulen und für ein Gesundheitszentrum. Die Gemeinden führen ein Tarifsystem für sauberes Trinkwasser ein, um die Kosten der Instandhaltung der neuen Anlagen zu gewährleisten.

Die 3 Wasserzisternen pumpen mit Solarenergie Grundwasser aus einer Tiefe von 53 Metern in ein Reservoir über der Erde. Die Menschen in den Gemeinden werden so mit sauberem Wasser versorgt.
Die 25 Brunnen sind mit einer Tretpumpe ausgestattet und werden in den verschiedensten Dörfern der Gemeinde installiert.

In einem Gesundheitszentrum wird ein Brunnen mit Trinkwasser, ein Block mit geschlechtergetrennten Latrinen, eine Handwaschstation und ein solarbetriebener Boiler instaliert.
Für die Schulen wird ein Brunnen mit Trinkwasser, eine Block mit geschlechtergetrennten Latrinen und eine Handwaschstation gebaut.

Das Projekt bildet 10 Maurer aus, die in der Lage sind die neuen Installationen in Stand zu halten.

Einbezug der Frauen

Das Projekt sieht einen partizipativen Ansatz vor, um die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure zu evaluieren und einen entsprechenden Wassernutzungsplan zu erstellen. Besonders berücksichtigt werden dabei die Bedürfnisse der Frauen und Kinder die den grössten Teil der Wasserbeschaffung bewerkstelligen. Durch einen verbesserten Zugang zu Wasser profitieren deshalb in erster Linie die Frauen, da diese fürs Wasser holen zuständig sind und ihnen so der lange Weg erspart bleibt. Mindestens 50% der begünstigten Bevölkerung sind Frauen.

Wassernutzung/Hygiene

Das Projekt fördert die Veränderung des Hygieneverhaltens in Schulen und Haushalten durch spezifische Trainings und Sensibilisierungsmassnahmen. Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden können so reduziert werden.
Das Projekt führt auch in sogenannten „Blauen Schulen“, aber auch in herkömmlichen Schulen Hygieneschulungen durch. Eine „Blaue Schule“ unterrichtet nicht nur Hygienepraktiken, sondern auch den nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen, zum Beispiel fürs Trinken, Kochen und die Reinigung, aber auch zur Feldbewässerung oder das Tränken von Tieren.
Die zivilgesellschaftlichen Organisationen verbreiten gute Hygienepraktiken in Schulen und Gesundheitszentren und setzen sich für die Interessen der Bevölkerung gegenüber den Gemeinden und anderen Instanzen ein.

Nachhaltigkeit

Das Projekt führt die Trinkwasser- und Siedlungshygieneprojekte primär nicht selber durch, sondern unterstützt die Gemeindebehörden bei der Erstellung von Wassernutzungsplänen und bei deren Umsetzung, um so eine möglichst hohe lokale Verankerung und Nachhaltigkeit zu erreichen. Eine nachhaltige Veränderung im Verhalten der Akteure ist dabei ein Schlüsselelement für dessen Erfolg. Eine gestärkte Zivilgesellschaft ist die Basis für das Funktionieren der öffentlich-privaten Partnerschaft und eine Priorisierung der Wasserressourcen ist auf Grund des wachsenden Drucks der Klimaerwärmung unvermeidlich.

Prinzipien wie Transparenz, Partizipation und Rechenschaftspflicht werden propagiert, um einen legitimierten Ausbau der Kapazitäten der Gemeinden zu fördern und das Vertrauen in das neue System zu stärken. Die im Sommer 2015 neu gewählten Gemeinderäte geniessen die Legitimität der Regierung und versprechen dadurch eine gute politische Verankerung der verbesserten Struktur im Bereich Wasser, Hygiene und sanitäre Grundversorgung.

Die Institutionalisierung des Projektes und seiner Resultate sind zentral. Ein wichtiger Teil des Projekts ist deshalb auch die Verankerung der Ausarbeitung eines Wassernutzungsplan im offiziell definierten Aufgabenbereich der Gemeinden. Mit Hilfe von Partnerorganisation setzt sich das Projekt dafür ein, das Thema sauberes Wasser, Hygiene und sanitäre Grundversorgung auf Regierungsebene einzubringen, um ein Umdenken in der Gesellschaft zu fördern.

 

 

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Organisation: Helvetas

Land: Madagaskar

Beginn: 2014

Ende: 2018

Stadt / Land: Dorf

Bemerkungen: Region Menabe, Distrikt Miandrivazo. Das Projekt arbeitet in der ersten Phase mit 3 Gemeinden zusammen

Anzahl Begünstigte: 16500 Personen

Geldbedarf: CHF 126'622

Restbetrag: CHF 126'622