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Sicheres Trinkwasser und Sanitäre Anlagen für 13 zerstörte Schulen

Zweckmässigkeit des Projektes

Das Projekt wird im Rahmen eines Wiederaufbau-Projektes von Schulen durchgeführt, die durch die Erdbeben im Jahr 2015 zerstört wurden. Der Bedarf ist gegeben und das Projekt ist auf die Wasser-, Sanitär-, und Hygienebedürfnisse der Schulen ausgerichtet.
Zwar kommen keine Haushalte neu zu Trinkwasser oder sanitären Anlagen, aber der Zugang zu diesen Dienstleistungen (Wasser, sanitäre Einrichtungen, Hygiene) bei Schulen ist Teil der von der UNO verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDGs), insofern passt das Projekt in diesen anerkannten Planungsrahmen. Die Erbeben haben viel Infrastruktur zerstört und das Projekt ist relevant für deren Wiederaufbau.

Angemessenheit der Projektziele

Die Ziele sind spezifisch, messbar, relevant und terminiert. Allerdings sind sie stark auf die Infrastruktur ausgerichtet und in Bezug auf die Ausbildung und Hygienepromotion werden nur die durchgeführten Aktivitäten gemessen, nicht die erzielten Resultate oder gar Wirkungen – diesbezüglich sind diese Ziele nur bedingt angemessen.

Umsetzung

Die vorgeschlagenen Ansätze in Bezug auf die technischen Lösungen im Wasser- und Abwasserbereich sind gut an die lokalen Verhältnisse angepasst und solide erprobt.
Das Projekt legt einen klaren Schwerpunkt auf den Aufbau von Infrastruktur, was auch in der Natur eines Wiederaufbau-Projektes liegt. Allerdings sind die Prozesse der Ausbildung und der institutionellen Verstärkung eher zu kurz (ebenso die verbleibende Projektdauer insgesamt – geplantes Projektende im Juni 2018), um nachhaltige Verbesserungen herbeizuführen. Gewisse Prozesse sind angedeutet, allerdings ist fraglich, ob diese in der kurzen Prozessdauer solide aufgebaut werden können.

Erwartete Ergebnisse

3‘164 SchülerInnen sollen zu Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu genügend Toiletten bei den wiederaufgebauten Schulen bekommen. Die gelieferten Unterlagen lassen erwarten, dass diese Ergebnisse realistischerweise erreicht werden können.
Die Nachhaltigkeit ist kein Schwerpunkt des Projektes, dafür ist es zu stark auf die Infrastruktur ausgerichtet und zu kurzfristig; das Umfeld der Schulen wird wenig beeinflusst bzw. die wichtigen Akteure nur kurzfristig gestärkt.

Chancen und Risiken

Die politische Instabilität und der zeitlich beschränkte Zugang zu Schulen werden erwähnt und entsprechende Massnahmen vorgeschlagen. Diese Einschätzungen sind korrekt und die Massnahmen angepasst.
Ein grosses Risiko, das nicht erwähnt wird, ist die Fluktuation des Personals an den Schulen. Lehrer, Hausmeister, Mitglieder der Schulleitung, etc. wechseln oft ihre Stelle und so stellt der Verlust von Know-How ein grosses Risiko dar. Dieses Risiko wird nicht erwähnt und es sind keine Strategien sichtbar, wie es minimiert werden kann.

Verhältnis input / output

Es werden Gesamtkosten von 573‘600 CHF veranschlagt für die Komponente des Trinkwassers/Sanitäranlagen. Pro SchülerIn sind das mehr als 180 CHF (und pro Schule 44‘000 CHF), was ein relativ hoher Betrag ist.
Es fällt auf, dass unter den Kosten für Büro- und Ausrüstungsmaterial z.B. Ausgaben für Personal-Administration verrechnet werden (genauer Betrag nicht angegeben), was normalerweise unter die Kosten für den administrativen Aufwand fällt – es werden dann aber separat 9.9% für administrativen Aufwand verrechnet.
Insgesamt sind die Kosten realistisch, allerdings sind die Angaben sehr summarisch angegeben.

Bemerkungen

Wenn man nur die Kosten für Solidarit’Eau betrachtet sind die Pro-Kopf-Kosten relativ tief, allerdings bestehen ja bereits Finanzierungsmechanismen für einen Grossteil des Projektes, und die Gesamtkosten pro Kopf sind eher hoch (s. Punkt 6).
Insgesamt handelt es sich um ein solides Projekt in einem schwierigen Umfeld, und die bisherige Arbeit von CARITAS wird auch vom Erziehungsministerium als sehr gut eingestuft.

Empfehlungen

Das Projekt kann empfohlen werden, mit gewissen Vorbehalten in Bezug auf die erwarteten mittel- und langfristigen Wirkungen (s. Punkt 7)

Zweitmeinung von

Matthias Saladin, 19.10.2017
Matthias.saladin@skat.ch

 

 

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Organisation: Caritas Schweiz

Land: Nepal

Beginn: 01.06.2017

Ende: 30.06.2018

Stadt / Land: Dorf

Bemerkungen: Nepal; Distrikt Sindhupalchok; Gemeinden Duwachaur, Helambu, Ichok, Mahankal, Palchok und Talamarang

Anzahl Begünstigte: 3164 Personen

Geldbedarf: CHF 45'539

Restbetrag: CHF 45'539